Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse, Zentralen Geschäftsstellen und Gutachterausschüsse in der Bundesrepublik Deutschland klar

Immobilienmarktbericht Deutschland - Zielsetzung

Im Gefüge der ökonomischen und sozialen Prozesse kommt dem Immobilienmarkt in Deutschland eine besondere Bedeutung zu. Immobilien sind ortsgebundene Güter deren Investitionsmittel für den Kauf vergleichsweise hoch und in der Regel über einen längeren Zeitraum gebunden sind. Zudem handelt es sich insbesondere bei den Wohnimmobilien zusätzlich um nicht nur reine Güter, sondern sie dienen dem angemessenen und zeitgemäßen Wohnen; damit hat insbesondere diese Immobilienart eine grundlegende Bedeutung für die Wohn- und Lebensqualität, aber auch für die langfristige finanzielle Sicherheit der Bevölkerung.

Damit Immobilieneigentümer und Immobilienerwerber vor Übervorteilung geschützt werden und der Immobilienmarkt sich möglichst frei und ungehindert nach den Prinzipien von Angebot und Nachfrage entwickeln kann, benötigen die Marktteilnehmer Kenntnisse über das aktuelle Geschehen und die Entwicklungen auf dem Markt. Transparenz auf Märkten im Allgemeinen stellt eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren dieser Märkte dar. Diese Überlegung war zum Zeitpunkt des Erlasses des Bundesbaugesetzes (BBauG) im Jahr 1960 einer der ausschlaggebenden Faktoren zur Einführung der amtlichen Wertermittlung in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt wurden die seit 1936 geltenden staatlichen Regelungen zum Preisstopp endgültig aufgehoben.

Die Grundforderung nach Transparenz des Grundstücksmarktes besteht bis heute unverändert fort. In Fachkreisen der Immobilienbewertung und -beleihung wird immer wieder betont, dass die Regelungen zur Beleihung von Immobilien (Pfandbriefgesetz (PfandBG)) einerseits und die dazu erforderliche Transparenz durch das heutige Baugesetzbuch (BauGB) andererseits, dazu beigetragen haben, eine solide Finanzierung zu ermöglichen und so auch Schwankungen der Märkte aufzufangen wie z. B. die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007/2008 gezeigt hat. Die Immobilienwerte in Deutschland stellen somit einen stabilisierenden Faktor für die gesamte Volkswirtschaft dar.

Die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Deutschland haben ihre allgemeine Rechtsgrundlage in den §§ 192 ff. des BauGB. Es handelt sich um unabhängige Gremien, hoheitliche Aufgaben wahrnehmen. Jeder Gutachterausschuss setzt sich aus ehrenamtlichen Gutachtern zusammen, die in der Immobilienbewertung über hohe Sachkunde und gute Erfahrungen verfügen und eine umfassende Expertise in dem Zuständigkeitsbereich des Gutachterausschusses nachweisen. Weiterhin ist ein Bediensteter der zuständigen Finanzbehörde mit Erfahrung in der steuerlichen Bewertung Mitglied des Gutachterausschusses.

Das BauGB ermächtigt die Länder ausdrücklich, den Aufgabenumfang der Gutachterausschüsse zu erweitern und zu konkretisieren sowie die Art der Bildung der Gutachterausschüsse, Oberen Gutachterausschüsse und Zentralen Geschäftsstellen festzulegen.

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